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Unterwerksgebäude des Elektrizitätswerks

Basel bediente sich der Energiequelle Elektrizität verhältnismässig spät. Erst in den 1890er Jahren beschloss der Grosse Rat den Bau eines Kraftwerks. Da das Elektrizitätswesen in den frühen Jahren dem Direktor des Gaswerks unterstellt war, schien es sinnvoll, das thermische Kraftwerk neben das Gaswerk zu stellen, an die damals noch nicht ausgebaute Voltastrasse. Hauptbestandteil der Kraftstation war das 1898 von Gustav und Julius Kelterborn geplante Maschinenhaus, welches noch heute an der Voltastrasse 29 zu sehen ist.
Gegenüber, an der Voltastrasse 30, steht seit 1932 das Unterwerksgebäude des Elektrizitätswerks. Es wurde zur Entlastung des bis dahin einzigen Unterwerks «Birsbrücke» gebaut. Die Werke hatten die Aufgabe der Transformierung des aus der Schweiz stammenden Stromes von 45000 Volt Spannung auf 6000 Volt zur Weiterleitung ins städtische Verteilnetz.
Der von August Künzel erbaute Sichtbetonbau entspricht trotz vieler Erweiterungen weitgehend dem ursprünglichen Erscheinungsbild von 1932. Künzel hat für die anspruchsvolle technische Anlage eine Lösung im Sinne des «Neuen Bauens» umgesetzt. Zuvor war er mit Hans Bernoulli an der Planung des Hirzbrunnenquartiers und mit Paul Artaria und Hans Schmidt an der Wohnsiedlung Schorenmatten beteiligt gewesen. Das Unterwerk ist in verschiedene Gebäude gegliedert, in den Kopfbau, in einen langgestreckten Bau und in die dahinterliegende Montagehalle. Durch die Anordnung der Fenster erhält der Kopfbau sechs Achsen und gleichzeitig eine spannungsvolle Fassade gegen die Strasse: sechs annähernd quadratische Fenster im Erdgeschoss, sechs hochrechteckige Fenster im ersten Obergeschoss und vertikale Schlitze im zweiten Obergeschoss. Eine ähnlich abwechslungsreiche Anordnung weisen die Fenster im langen Bau rechts des Kopfbaus auf. Die Fenster sind in jedem Geschoss gleich breit, im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss liegend und im zweiten Obergeschoss stehend. Im ersten Obergeschoss sind die ursprünglichen Metallfenster erhalten. Die Innenstruktur des Werkgebäudes ist fast unverändert, es hat jedoch seine Funktion verloren und die technischen Apparate wurden 1992 gröss­tenteils entfernt.

Baujahr: 1932

Architektur: August Künzel-Walser
Adresse
Voltastrasse 30, 4056 Basel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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