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Schachtkopf Dô Vie

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte der Eisenabbau in der Region von Delémont gros­se Bedeutung. Es existierten insgesamt 192 Minenschächte und mehrere Hochöfen. Derjenige von Les Rondez, der 1855 von der Gesellschaft Reverchon, Valloton et Cie. in Be­trieb genommen wurde, war sogar der be­deu­tendste der Schweiz.
Anfang des 20. Jahrhunderts setzte der Im­port von preisgünstigem Rohgusseisen ein, wodurch die Entwicklung der Eisenhüttenindustrie in der Schweiz in Bedrängnis geriet. Der Eisenabbau in Delémont wurde jedoch noch bis 1926 weitergeführt, als die letzten Minen jene von La Blancherie schliessen mussten.
Der Schachtkopf Dô Vie mit seinem ungewöhnlichen, asymmetrischen Dach erinnert noch heute eindrücklich an die Bedeutung des Bergbaus in Delémont. Das Gebäude beherbergte die Winde und den Aufzug eines Minenschachts. Während der obere Teil eine vertikale Holzverschalung aufweist, ist das Sockelgeschoss eine mit weissen Schlackensteinen ausgefachte Holzkonstruktion. In gleicher Kons­truktionsart wurden auch die noch sichtbaren nahen Werkhallen errichtet. Der Schlac­k­en­zement war ein Abfallprodukt der Metallgiesserei und wurde von der Firma Von Roll seit 1891 in einem eigens erstellten Ziegelwerk in Les Rondez zu Bausteinen weiterverarbeitet.

Baujahr: um 1915
Adresse
Les Rondez, 2800 Delémont
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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