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Wohnhaus Alleeweg 20

Südlich des Bahnhofs liegt der über einen steilen Fussweg zu erreichende Kapuzinerberg. Mit der höher liegenden Rheinterrasse wurde dem Stadtausbau eine neue Landschaftskammer erschlossen. Die neue Achse wurde als Promenade von der Altstadt bis zum Waldsaum angelegt und mit einer Allee aufgewertet. Die ersten Bauten reihten sich einer Perlenkette gleich längs des Alleewegs. Später strahlten nach Osten rechtswinklig abgehende Strassen aus, deren erste, der Lichsweg, eine grosszügige bauliche Fassung der stadtseitigen Böschungskante einleitete. Ein kurzer Abstecher lohnt sich.

Der grosse Atem des Erstausbaus konnte in der Zwischenkriegszeit nicht gehalten werden. Die Parzellen wurden zusehends kleiner, die Bauten bescheidener und gedrängter. Das städtische Kleinbürgertum eroberte sich die bevorzugte Wohnlage und löste das unternehmerische Grossbürgertum im Siedlungsausbau ab. Diese Entwicklung setzte sich in jüngster Zeit weiter fort. Im südlichen Teil des Kapuzinerbergs findet sich heute eine dichte Ansammlung von Einfamilienhäusern, die sich nicht mehr an das ursprüngliche Muster der Bebauung halten.

Das Wohnhaus Alleeweg 20 entwarf der für Rheinfelden bedeutende Architekt Heinrich A. Liebetrau als eigenes Wohn- und Arbeitsdomizil. Es ist von einer grosszügigen Gartenanlage umgeben und durch eine Mauer von der Strasse abgesetzt. Trotz des Satteldachs lassen die klar geschnittene kubische Erscheinung von Haupt- und Anbauten, die funktionale, auf das Licht wie auf die Bewirtschaftung abgestimmte Organisation der Grundrisse und die dementsprechend unregelmässige Befensterung die dem Bau innewohnenden Grundsätze des Neuen Bauens deutlich zu Tage treten.

Baujahr: 1926

Architektur: Heinrich A. Liebetrau, Rheinfelden
Adresse
Alleeweg 20, 4310 Rheinfelden
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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