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Reformierte Kirche

Die Kirche liegt ausserhalb des historischen Dorfkerns, einst am Rand der Ortschaft, gefasst von der Friedhofmauer, umgeben von Weinbergen in malerischer Lage. Erst die neuen Quartiere der letzten dreissig Jahre haben sie in die Siedlung eingebunden. Die freie Lage verleiht ihr aber immer noch eine hervorragende Position.
Kirchlich gehörte das Dorf Fläsch ursprünglich zu St. Luzius auf der Steig, seit dem Ende des 15. Jahrhunderts aber zu St. Amandus in Maienfeld, wovon es sich 1569 ablöste. Jedoch besass das Dorf schon lange zuvor eine eigene Kapelle. Die Fläscher gehörten 1524 zu den ersten Gemeinden Graubündens, die sich der Reformation anschlossen. 1529 haben sie «die bilder, altar, taflen, crütz, fahnen und den gantzen Bäpstlichen plunder us der kilchen gerumpt». Die Restaurierung von 1962 brachte einen Teil der Malereien, die um 1500 im Chorraum in Seccotechnik auf das trockene Mauerwerk gemalt worden waren, wieder zum Vorschein. Erkennbare Motive der Abbildungen im Kreuzgewölbe sind Evangelisten, das Abendmahl, die Geburt Christi, der Tod Mariae, das Brandiswappen, Apostelfiguren, das Martyrium des heiligen Sebastian. Die einfache Holzkanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert. Die weitere Ausstattung haben die Umbauten im 20. jahrhundert völlig verändert.
Die Kirche ist eine Chorturmanlage. Der achteckige Turmaufbau mit der mächtigen Zwiebelhaube ist wohl im 17. Jahrhundert auf den 1,2 Meter starken Mauern des Chors aufgebaut worden. Das Kirchenschiff vergrösserte man 1783.
Im Kirchturm wohnen seltene Gäste die grösste Kolonie von Mausohr-Fledermäusen in der Schweiz. Im Sommer können die Passanten über eine Infrarotkamera per Knopfdruck neben dem Schaukasten mehr als 1500 Muttertiere mit ihren Jungen, die im Gebälk des Turmhelms hängen, beobachten. An lauen Sommerabenden ist der Ausflug der Fledermäuse jeweils ein grosses Spektakel.

Baujahr: erstmals 1480 erwähnt, Verbreiterung des Kirchenschiffs 1783, restauriert 1904, 1962 und 1988
Adresse
7306 Fläsch
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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