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Baukultur entdecken

Bahnhofsquartier

Die Verlegung des Hauptbahnhofs an den heutigen Standort brachte die Stadt Biel in den 1920er-Jahren in den Besitz eines grossen Geländes in zentraler Lage. Das hier entstandene Bahnhofquartier ist die für die Schweiz bedeutendste Stadtplanung im Sinn der Moderne. Den grosszügigen Charakter und das einheitlich wirkende Bild verdankt das von verschiedenen Architekten gebaute Ensemble den strengen Sonderbauvorschriften betreffend Flachdach, Gebäudehöhe und Fassadengestaltung. So lehnte der damalige Stadtbaumeister Otto Schaub (18861955) ausdrücklich «Pilasterarchitektur» ab. Die Häuserzeilen an der Verresiusstrasse und der Güterstrasse sind für die neue Architekturauffassung exemplarisch.
Ein Spaziergang durch das Bahnhofquartier lässt einen die unterkühlte Eleganz der 1930er-Jahre und das grossstädtische Flair der breiten Strassenräume erleben. Auffallend sind die Betonung der Horizontalen typisches Merkmal der Bewegung des Neuen Bauens und die vielen abgerundeten Ecken. Besonderes Augenmerk verdient die Apotheke Steiner an der Bahnhofstrasse 9: Bei der kurz nach 2000 durchgeführten Renovation blieben die gerundeten Schaufensterfronten erhalten. Zudem zeigen die Glasbausteine des Vordachs wieder die ursprüngliche Transparenz (Architekt: Simon Binggeli, Biel). Unbedingt zu be­ach­ten ist auch die Bar Hasard (Bauzeit Architekten, Biel) schräg gegenüber: Die wohl kleinste Bar der Schweiz wartet mit viel Glas, Chrom und zufriedenen Gästen auf.

Baujahr: 1929 bis ca. 1945

Architektur: Otto Schaub, Stadtbaumeister Biel
Adresse
Bahnhofstrasse, Verresiusstrasse, Murtenstrasse und Nebenstrassen, 2500 Biel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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