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Evangelisch-Reformierte Talkirche Ursern

Viel bescheidener als die Pfarrkirche ist die rund 200 Meter von ihr entfernte, evangelisch-reformierte Talkirche Ursern. Der von einer Mauer eingefriedete Heimatstilbau wurde 1914-15 unter dem Zürcher Architekten Friedrich Wehrli auf damals freiem Feld nordwestlich des Dorfs errichtet. Mittlerweile ist die kleine Kirche von Wohnbauten umgeben. Das schlichte Kirchenschiff wird von einem Krüppelwalmdach überdeckt, auf dem ein Dachreiter mit achteckigem Spitzhelm sitzt. Ein auf Holzsäulen ruhendes Vordach markiert den Eingang in den Kirchenraum. Dieser zeigt sich genauso bescheiden wie das Äussere. Ein Anbau auf der Südseite nimmt ein Lese- bzw. Sitzungszimmer auf.
Auslöser für den Kirchenbau war der Bau der Gotthardbefestigung ab 1885. Die neu zugezogenen protestantischen Angestellten der Fortverwaltung hielten ihre Gottesdienste vorerst im Hotel Bellevue und in der Kaserne Altkirch ab. Langfristig musste jedoch eine Alternative gefunden werden. Die katholische Kirchgemeinde wollte keine ihrer Talkapellen abtreten. Eine Zusammenarbeit mit den Hoteliers für den Bau einer anglikanischen Kirche für die hier vermehrt logierenden englischen Touristen kam auch nicht zu Stande. Deshalb beschloss die Gemeinde einen Kirchenneubau, der dann auch in kurzer Zeit vollendet wurde dies trotz des zwischenzeitlichen Baustopps nach Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Baujahr: 1914-15

Architektur: Friedrich Wehrli, Zürich
Adresse
Bahnhofstrasse 30, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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