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Marstall und neue Reithalle

Auf der Südseite der Klosteranlage gruppieren sich die Ökonomiegebäude um einen malerischen langgezogenen Hof. Der Marstall (von "Marah", althochdeutsch für Pferd) schliesst den Hof gegen Osten hin ab und ist eines der letzten Gebäude der Neubauphase des Klosters. Gegen den St. Benediktsberg mit weit ausladendem Dach von eher bäuerlichem Ausdruck, ist das Gebäude hofseitig vornehmer gestaltet. Die Gebäudemitte mit dem Durchgang nach draussen wird durch einen Risalit hervorgehoben, der seitlich von Pilastern gerahmt wird und von einem verzierten Giebelfeld bekrönt ist. Sandsteinrahmungen der Fenster zeichnen den Marstall gegenüber den einfacher gehaltenen Hoffassaden aus. Im Innern spannen sich noch heute die ursprünglichen schlichten Kreuzgewölbe über den Stallungen. Die Ausstattung mit den gemauerten Boxen und den Eisengusssäulen geht auf das Jahr 1886 zurück.

Das Einsiedler Gestüt gehört zu den ältesten Europas. Lange Zeit hat dieser fast 1000-jährige Schlag vor dem Aus gestanden. Nun kümmert sich das Kloster wieder um das wertvolle Erbe und versucht, die Cavalli della Madonna vor dem Aussterben zu bewahren. Es wird in die Sanierung der barocken Stallungen investiert. Ausserhalb des Klostergevierts entstand eine neue Reithalle. Als einfacher, zeitgemäss gestalteter Holzbau bricht sie mit der Tradition der üblicherweise auch ausserhalb der Mauern in Stein gefertigten Klosterbauten. In leicht verzerrter Geometrie liegt das Volumen neben dem Eingang zum Hof und gibt ein klares Signal für eine neue Zukunft der traditionsreichen Pferdezucht.

Baujahr: 1764-68 Marstall, 2004 Neue Reithalle

Architektur: Bruder Caspar Braun (Marstall), Hanspeter Kälin, Einsiedeln (Neue Reithalle)
Adresse
Kloster, Südseite, 8840 Einsiedeln
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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