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Evangelische Kirche

Vermutlich bereits Mitte des 13. Jh. war das Felsplateau östlich des Rathausplatzes von einer Kirche besetzt. 1902 wurden die bis anhin sowohl evangelisch wie auch katholisch geführte Kirche von 1726 und deren maroder Turm von 1567 abgebrochen. Ausgehend vom protestantischen Ideal der Predigtkirche, forderte die Baukommission von den Zürcher Architekten Pfleghard und Häfeli einen Zentralbau. Nachdem Entwürfe mit neugotischen und neubarocken Formen keinen Zuspruch fanden, gelangte schliesslich ein gegen aussen kantig wirkendes, im Innern aber durch fliessende Formen des Jugendstils verfeinertes Projekt zur Ausführung: Zentral und kontrastreich erhebt sich der achteckige Turm aus den roten Dachflächen und prägt mit seinem strahlenden Weiss die Silhouette Weinfeldens. Der Predigtsaal vermittelt mit seiner konzentrischen Bankanordnung und der differenzierten Farbgebung ein Gefühl von Geborgenheit: Der Boden aus erdrotem Klinker bildet zusammen mit den türkisfarbenen Bänken und Wand­täfelungen einen intimen Raum, über dem sich hell dekorierte Wölbungen in mildem, grün-gelblichem Licht erheben.

Baujahr: 1904, Restaurierung 1977

Architektur: Pfleghard und Häfeli, Zürich; Scherrer und Hartung, Schaffhausen/Kreuzlingen (Restaurierung)
Adresse
Kirchgasse 4, 8570 Weinfelden
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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