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Baukultur entdecken

Bildungsbezirk

Die Gründung des Kollegiums verdankt der Kanton Obwalden dem Jesuitenpater Johann Baptist Dillier (1668-1745). Nach seinem Tod hinterliess er dem Kanton ein beträchtliches Vermögen, das für den Bau eines Knabenseminars reserviert war. Die Regierung errichtete damit einen stattlichen weiss verputzten Barockbau mit vorgelagertem Garten. Er wurde 1749 eröffnet und stand anfänglich alleine ausserhalb des Dorfes. Heute beherbergt er das Bildungs- und Kulturdepartement.
Da der Kanton Mühe bekundete, den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten, entschloss er sich 1841, den Betrieb dem Benediktinerkloster Muri-Gries zu übergeben. Unter der Leitung der Mönche erlebte die Schule einen markanten Aufschwung. Bereits 186768 konnte südlich des Kollegiums das Konviktgebäude eröffnet werden. Den Entwurf zum ursprünglich klassizistischen Bau steuerte der Sarner Arzt, Politiker und Zeichenlehrer Dr. Simon Etlin bei. Er beschäftigte sich nebenbei mit Architektur und wurde so zu einem Wegbereiter des Klassizismus in Obwalden. Heute präsentiert sich der grün gestrichene Bau in Heimatstilformen, nachdem er 1909 aus Platzmangel um ein Mansardengeschoss aufgestockt worden ist.
Architektonischer Höhepunkt war der Bau des Gymnasiums. Der repräsentative Neurenaissancebau mit Kolossalordnung am dreiachsigen Mittelrisalit und architektonisch ausgezeichneten Eckrisaliten beherbergt neben Schulräumen einen Theatersaal und eine heute profanierte Kirche. Über der Schnittstelle von Kirchen- und Schulhaustrakt erhebt sich ein markantes Türmchen mit Uhrwerk und Spitzhelm.
1974 übernahm der Kanton wieder die Trägerschaft für den Schulbetrieb. Das jüngste Kind der langen Baugeschichte ist der pavillonartige zweigeschossige Kantonsschulersatzbau entlang der Aa.

Baujahr: 1749-2011

Architektur: Diverse
Adresse
Brünigstrasse 178-182, 6060 Sarnen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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