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Haus Adam

Die meisten neueren Häuser am steilen Hang des Rebbergs begegnen dem abfallenden Terrain mit aufgeschütteten Terrassen. Paul Artaria wählte dagegen einen ganz anderen Ansatz. Er lässt sich von der topographischen Lage leiten und legt diese der Gestaltung zu Grunde: Gegen die Schattenseite hin eingeschossig, besitzt der vordere Hausteil drei Stockwerke. Durch das natürliche Gefälle und das Pultdach öffnet sich das Haus gegen die Birsebene von der Strasse erkennt man lediglich die Dachfläche. Der südliche Hausteil ruht auf zwei massiven Pfeilern, was einen grosszügigen Vorplatz im Untergeschoss entstehen liess. 1993 wurden dort zwei Kinderzimmer eingebaut, die im «Haus für kinderlose Leute« so hat Artaria sein Wohnhaus genannt bis anhin nicht vorhanden waren. Ein Laufgang an der Ostseite führt über die Veranda in den Wohnraum. Der Innenraum weitet sich von einer eingeschossigen zu einer zweigeschossigen Höhe. Im hohen Raumteil befindet sich die Schlaf­empore. Der Fachwerkbau ist innen mit Sperrholzplatten ausgekleidet, aussen mit horizontalen Brettern verschalt. Eine raffinierte Anordnung der Fens­ter verleiht den Fassaden Spannung. Das elegante Holzhaus ist eine moderne Antwort auf die romantisch-konservative Chaletbauweise, die sich seit den 1920er Jahren auch in dieser Gegend verbreitet hatte (vgl. 11).

Der Architekt Paul Artaria ein Schüler des Basler Architekten Hans Bernoulli ist eine zentrale Figur der Moderne in der Schweiz. Zusammen mit Hans Schmidt schuf er bedeutende Zeugen des Neuen Bauens. Mit seinem praxisorientierten Hintergrund als gelernter Bauzeichner liegt sein Verdienst in der Umsetzung der modernen Ideen. Einen bedeutenden Beitrag leistete er insbesondere im Bereich des Bauens in Holz. In diesem traditionellen Baustoff er­kannte er ein grosses Potential für das ökonomische Bauen. Mit leicht verständlichen Publikationen versuchte er zu­dem, ein breites Publikum für seine Ideen zu gewinnen.

Baujahr: 1936

Architektur: Paul Artaria, Basel
Adresse
Unterer Rebbergweg 107, 4153 Reinach
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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