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Baukultur entdecken

Ehem. Gebäude der General Motors

Biels Uhrenindustrie litt stark unter der Weltwirtschaftskrise. Die Arbeitslosigkeit in der Region war hoch. Eine einmalige Chance bot sich 1934, als der Automobilhersteller General Motors in der Schweiz einen Produktionsstandort suchte. In einer Volksabstimmung beschloss die Stadt (mit 97% Ja-Stimmen!) GM ein grosses Areal gratis zur Verfügung zu stellen und auf eigene Kosten eine Fabrik zu errichten. Bereits im Februar 1936 verliess ein erster Buick die Produktion. Bis zur Schliessung des Werks 1975 wurden hier über 300000 Fahrzeuge hergestellt. 2003 entschloss sich das in Opel Suisse SA umbenannte Unternehmen zur definitiven Aufgabe des Standorts Biel und zum Umzug in den Grossraum Zürich.
Eine Pionierleistung der Schweizer Industriearchitektur ist die Montagehalle von 1935, die heute Einkaufszentrum und Parkhaus ist. Durch die grosszügigen Fensterfronten konnte früher dem Montageablauf in den Sheddach-Hallen zugeschaut werden. Neben der beeindruckenden Stahlkonstruktion der stützenfreien Montagehallen (Ingenieur Carl Hubacher, Zürich) begeistert auch der Bürotrakt mit seinem Treppenturm, dem eleganten Vordach und der Eingangshalle. 1948 erhielt die Fabrik eine zusätzliche Wagenhalle zum Schutz der fabrikneuen Autos. Der elegante, horizontal betonte Flachdachbau wirkt dank den filigranen Fenstersprossen und der weissen Welleternitverkleidung äusserst leicht. 1955 wurde die Anlage der GM durch eine Lagerhalle an der Salzhausstrasse er­weitert.

Baujahr: 1935-1955

Architektur: Gebrüder Bernasconi, Biel; Rudolf Steiger, Zürich
Adresse
Aberlistrasse 15, Salzhausstrasse 21, Salzhausstrasse 18, 2500 Biel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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