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Kreuzlinger Kreiselgestaltung

Spöttisch gibt man Kreuzlingen den Übernamen Kreislingen und dies zu Recht, weil in den letzten Jahren alle Kreuzungen mit Lichtsignalen momentan bis auf eine durch Kreisel ersetzt wurden. Für die jeweils im Kreiselinnern entstandenen Leerflächen wurde ein internationaler Wettbewerb ausgeschrieben, was als Pionierleistung gilt.
Da die Ortschaft keinen eigentlichen Altstadtkern besitzt, der zur Orientierung dienen könnte, verlieh das Künstlerehepaar Vogel in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten Walter & Künzi durch ihre Kreiselgestaltung Kreuzlingen eine Struktur.
Durch den Farben-Code der Glaswände und die unterschiedliche Bepflanzung der Kreiselinnenflächen wird das Stadtgebiet in vier Zonen aufgeteilt: in die blaue Seelinie mit Ruderalflächen, die grüne Überlandlinie mit Wiesenflächen, die gelbe Hanglinie mit Lavendelbepflanzung und die weisse Innenstadtlinie ohne Bepflanzung. Ausgespart wurden auf den undurchsichtigen, sandgestrahlten Glaswänden Schriftzüge von Flur-, Ortsnamen oder lokalen historischen Ereignissen, die auf den jeweiligen Standort Bezug nehmen.
Hier beim vertikal, an der Seite angeschriebenen Emmishofer Kreisel befinden wir uns auf der grünen Überlandlinie, auf dem alten Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Der Name Constancia ist eine seltene alte Schreibweise für die Nachbarstadt Konstanz, deren Silhouette mit dem Münsterturm von hier aus sichtbar ist.

Baujahr: 2002

Architektur: Walter & Künzi GmbH, Frauenfeld und Hannes & Petruschka Vogel, Basel/Village-Neuf (F) (Künstler)
Adresse
Bahnhofstrasse, 8280 Kreuzlingen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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