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Baukultur entdecken

Antoniuskirche

Als nächstes besuchen wir einen der Höhepunkte unseres Spaziergangs durch das Basler St. Johann-Quartier: die Antoniuskirche. Architekt ist Karl Moser, der 25 Jahre früher in Basel auch die Paulus­kirche erbaut hat. Die Antoniuskirche ist in die Mehrfamilienhäuser der Kannenfeldstrasse eingegliedert und erscheint so als Teil der Strassenfront. Neue Materialien und Konstruktionsweisen bestimmen ihren architektonischen Ausdruck, sie ist die erste Sichtbetonkirche der Schweiz. Vor allem der schalungsroh belassene Beton und die kubische Massengliederung lösten bei zeitgenössischen Besuchern Befremden aus und weckten Assoziationen an technische Zweckbauten. Heute fehlt der Sakralbau in keiner Darstellung des modernen Kirchenbaus und gilt als ein Symbol für den Aufbruch der 1920er Jahre. Die Kirche ist der Versuch, den Baustoff Beton der sakralen Aufgabe dienlich zu machen.
Den Hof der Antoniuskirche betritt man von der Kannenfeldstrasse her durch das grandiose und in der Art eines Stufentrichters gestaltete Eingangstor. Der Kirchenraum selbst lehnt sich im Gegensatz zum Äusseren des Baus an eine bereits bekannte Typologie an. Er orientiert sich an der Idee der «armen Kirche» in der Tradition der grossen spätgotischen oberrheinischen Bettelordenskirchen: eine helle Halle mit kassettiertem Tonnengewölbe auf schlanken Stützen. Den Betrachter beeindrucken vor allem die Glasfenster (Christus- und Antoniuszyklus) von Hans Stocker und Otto Staiger, die bei Morgen- und Abendsonne zu besonders schöner Geltung gelangen.

Baujahr: 1925-1927

Architektur: Karl Moser
Adresse
Kannenfeldstrasse 35, 4056 Basel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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