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Herzoghaus

Mit der Neuorganisation des Verkehrsregimes im städtebaulichen Entwicklungsgebiet wird die Herzogstrasse an die Westseite des Hauses Hintere Bahnhofstrasse 102 verlegt. Das letzte Überbleibsel der einstigen dreigeschossigen Solitärbebauung wird renoviert und die winzige südseitige Restparzelle neu bebaut. Das Herzoghaus, das hier entsteht, geht in jeder Hinsicht ans Limit. Grenzabstände, Gebäudehöhe, Geschosszahl der Wohn- und Gewerbezone werden ausgeschöpft. Der Bau reagiert auf das besondere Umfeld mit einer besonderen Architektursprache: Der schwefelgelbe, an den Ecken abgerundete Turm mit dunkel getönten Fenstern und zierleistenartigen Konturen erhebt sich wie eine Karosserie über den Verkehrsflächen. Er knüpft an die gebauten Heterotopien der Moderne an etwa die Autos, Flugzeuge und Schiffe, die die Theorien Le Corbusiers bevölkert hatten. Das Bürogeschoss zuunterst mutet wie eine Kommandobrücke an. Die Einfriedung wandelt sich unter dem Gebäude zur Sockelmauer. Die vermeintliche Härte und Radikalität der Landmarke verliert sich angesichts der Behutsamkeit, mit der an der Südseite ein alter Baum geschont wird.

Baujahr: 2006

Architektur: Schneider & Schneider Architekten, Aarau
Adresse
Herzogstrasse 4, 5000 Aarau
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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