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Baukultur entdecken

Bahnhof

Die Schmalspurbahnstrecke Chur-Arosa wurde 1914 fertig gestellt. Wegen der sorgfältigen Einpassung des Trassees in die Landschaft erlangte sie bald Weltruhm. In der Entwicklung des Kurortes Arosa bedeutete die Eröffnung der Chur-Arosa-Bahn einen Wendepunkt. Die beschwerliche Fahrt mit der Postkutsche gehörte der Vergangenheit an. Der bis anhin beschauliche Fremdenort begann sich in rasantem Tempo zum modernen Tourismuszentrum zu wandeln.
Die Bahnhofbauten entlang der Strecke sind von regionalen Bauformen geprägt. Sie stellen einen Höhepunkt des Bündner Heimatstils dar. So auch der Bahnhof von Arosa. Er liegt an idyllischer Lage am Ufer des Obersees. Von den ursprünglichen Aroser Bahnhofbauten, die nach Plänen der Zürcher Architekten Meier und Arter errichtet wurden, steht einzig noch der langgestreckte Güterschuppen. Das im Bündner Stil errichtete Bahnhofhauptgebäude (vgl. Abb.) ging durch einen Umbau verloren. Beim stattlichen Gebäude des Güterschuppens können wir die typischen Stilelemente noch vorfinden: Rund­bogen und Trichterfenster, die auf die Ökonomie- bzw. Wohn­teile alter Engadiner Bauernhäuser verweisen. Die eleganten Perrondächer entstanden Ende der 1920er-Jahre. Sie sind Ausdruck eines neuen Ar­­chitekturverständnisses. Der Baustil der Moder­ne, auch Neues Bauen genannt, hielt in Arosa Einzug. Dank der Technik des Eisenbetons war es möglich, grosszügige Dachflächen auf feinen Stützen ruhen zu lassen.
An der südlichsten Stütze markiert ein Brunnen den Abschluss der damaligen Anlage. Die beiden Brunnenfiguren ein Mädchen und ein Knabe schuf der damals in Arosa lebende Bildhauer Hermann Würth.

Baujahr: Güterschuppen: 1914, Perrondach mit Brunnen: um 1929

Architektur: Güterschuppen: Meier und Arter, Zürich
Adresse
7050 Arosa
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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