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Pfarrkirche Notre-Dame

Wie in Montreux entstanden auch in Vevey aufgrund der wachsenden Zahl von Touristen neue sakrale Bauten. Die katholische Kirche Notre-Dame ist sicher das beeindruckendste Beispiel. Die Pläne stammen von dem in Monthey ansässigen Architekten Emile Vuilloud. Er galt damals in der Region als Spezialist für katholischen Kirchenbau und entwarf u. a. auch die Kirchen in Monthey, Aigle, Moudon und Echallens. Seine neugotische Architektur greift den Basilikatypus mit Kreuzrippengewölbe der mittelalterlichen Kathedralen auf. Die Fassaden sind von Spitzbogenfenstern und Rosetten mit Glasmalerei durchbrochen. Das einstige Sandsteindekor war jedoch eine freiere Interpretation der romanischen und gotischen Vorbilder. Der Innenraum wurde nach und nach ausgestattet. Nennenswert sind vor allem der Chorschmuck des Berner Malers Otto Haberer (1897) und das wertvolle Mobiliar (Baldachin des Hauptaltars, Orgeln, Kreuzweg und Kanzel), grösstenteils Werke des Colmarer Künstlers Théophile Klem. Ab 1950 führte der Architekt Claude Jaccottet Renovationsarbeiten an der Kirche durch. Aufgrund des schlechten Zustands entschied er sich, das Baudekor aus Sandstein abzunehmen. Anstelle schuf er einen «gotischen» Portalvorbau und vereinfachte die Fassade. 1967 entfernte er auch die Strebepfeiler des Mittelschiffs. Bei der Restaurierung 19761980 wurde das Querschiff des nun unter Denkmalschutz stehenden Baus wieder originalgetreu mit den fehlenden Partien ergänzt.

Baujahr: 1869-72

Architektur: Emile Vuilloud, Monthey
Adresse
Rue des Chenevières 4, 1820 Montreux
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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