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Jüdische Wohnhäuser

Da die jüdische Bevölkerung schnell anwuchs, benötigte sie im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr Wohnraum. Nur durften Juden damals weder Häuser noch Land besitzen. Sie behalfen sich, indem sie sich bauwilligen Christen als Geldgeber anboten und danach einen Hausteil mieteten. Die zwei Eingänge gehen auf eine Bestimmung zurück, wonach Juden und Christen «nicht beieinander wohnen» sollten. Als Juden sich ab 1776 in der Eidgenossenschaft nur noch in Endingen und Lengnau niederlassen durften, war das Verbot des Häuserbesitzes nicht mehr zu halten. In der Folge wurden nur noch vertikal getrennte Häuser gebaut und meist ausschliesslich von Juden bewohnt.
Häuser mit zwei nebeneinanderliegenden Eingängen und einer horizontalen Trennung der Wohnungen stammen in ihrer Anlage aus dem 17. oder 18. Jahrhundert, auch wenn sie im 19. Jahrhundert erneuert wurden wie die beiden vorliegenden Bauten.

Baujahr: 1820 und 1825
Adresse
Rankstrasse 13, Endingen, 5426 Lengnau
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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