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Baukultur entdecken

Sesselbahn Carmenna

Bauen für den Tourismus ist in der heutigen Zeit eine vielschichtige Problematik. Besonders bei Bergbahnen ist aus Gründen des Landschaftsschutzes grösste Sorgfalt gefordert. Nicht nur die Technik einer neuen Anlage, sondern auch ihre architektonische Gestaltung muss höchsten Ansprüchen genügen. Dass dies möglich ist, zeigt die Sesselbahn Carmenna eindrücklich. Tal-, Mittel- und Bergstation sind weder platte Anklänge an rustikale Bauformen noch eine übersteigerte Inszenierung der Technik. Die Architekten haben landschaftliche und betriebliche Bedingungen zu Bauformen gestaltet, die spielerisch und zurückhaltend zwischen Sport und Bergwelt vermitteln.

Solche Bestrebungen sind neu. In den Boomjahren nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte die Entwicklung in Arosa wie auch in anderen Wintersportorten rasant und unkontrolliert. Die Negativauswirkungen wurden in den 70er-Jahren sichtbar: zerstörte Landschaft als Kehrseite des wirtschaftlichen Aufschwungs. Heute sind sich die Touristiker bewusst, dass ein weiteres Wachstum die Grundlage der eigenen Existenz zerstören würde. Mit dem Rückbau von insgesamt fünf Anlagen und dem überzeugenden Neubau der Sesselbahn Carmenna hat Arosa ein positives Zeichen gesetzt.

Baujahr: 2000

Architektur: Bearth und Deplazes, Chur
Adresse
7050 Arosa
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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