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Baukultur entdecken

Pfarrkirche St. Peter und Paul

Unser Architekturspaziergang durch Andermatt beginnt bei der barocken Pfarrkirche St. Peter und Paul, die bis ins 19. Jahrhundert den nördlichen Ortsrand bildete. Der Bau der Kirche unmittelbar beim Dorf geht wohl auf eine Lawine zurück, die 1601 sieben Menschen auf dem Weg zur alten Pfarrkirche St. Kolumban (vgl. 14) das Leben kostete. Dieses Ereignis sowie der allgemeine Bedarf nach einer grösseren Pfarrkirche gaben den Anstoss für einen Neubau. Nach rund fünf Jahren Bauzeit war die neue Kirche und der Turm unter der Leitung des Hospentaler Baumeisters Johannes II. Schmid fertiggestellt. 1694 wurden unter dem Barock-Baumeister Bartholomäus Schmid (16601738) der mittlerweile zu kleine Chor und die Sakristei abgerissen und neu errichtet. 174850 leitete dessen Sohn, Talschreiber Johann Sebastian Schmid, die Arbeiten zum Neubau des Langhauses. Seit dem Dorfbrand von 1766, der auch die Kirche traf, wurden sowohl Turm wie Langhaus mehrmals renoviert unter anderem 190305 von Georges Meyer letztmals 199096 unter dem Andermatter Architekten Ruedi Kreienbühl.
Das lichtdurchflutete, prachtvolle Innere der Pfarrkirche offenbart im vierjochigen Langhaus und dem ostseitigen Chor reiche, spätbarocke Stuckdekorationen und Deckengemälde aus dem 19. Jahrhundert. Ne­ben dem Chorgestühl aus dem späten 17. Jahrhundert, den Seitenaltären in Stuckmarmor (1758) und den Langhausaltären (1831) ist insbesondere der Hochaltar aus der Werkstatt von Johann Ritz (1716) sehenswert. Wieder draussen, lohnt sich ein kurzer Gang über den Friedhof und zur Kapelle St. Michael (164041), wo im Innern eine illusionistische Wandmalerei von 1775 zu entdecken ist, die eine Ausstattung in Stuck und zusätzliche Fenster imitiert.

Baujahr: 160106, 1990-96 Renovation
Adresse
Kirchgasse 7, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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