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Tonhalle/Kongresshaus

Obwohl der Berliner Architekt Bruno Schmitz (18581916) den internationalen Wettbewerb für den Bau einer neuen Tonhalle für 3000 Personen sowohl 1887 wie auch 1892 gewann, wurde der Bau von den Wiener Architekten Ferdinand Fellner (18471916) und Hermann Helmer (18491919) realisiert. Wahrscheinlich haben sich die Bauherren von der kurzen Bauzeit des Stadttheaters, dem heutigen Zürcher Opernhaus, durch die gleichen Architekten überzeugen lassen.

Der Tonhalle vorgelagert war ein rotundenförmiger Pavillon. Dieser wurde flankiert von zwei minarettartigen Türmen. Doch lange hatte dieses Zürcher Trocadéro nicht Bestand, denn mit dem Bau des Kongresshauses war auch der Abbruch des Pavillons verbunden. Die Idee, in Zürich ein permanentes Kongresshaus zu errichten, kam vom Direktor der Schweizerischen Landesausstellung, dem Architekten Armin Meili (18921981). Dabei sollte die Architektur die Stimmung der Zeit ausdrücken, gleichzeitig sollten die beiden Tonhallensäle erhalten bleiben. Den 1936 ausgeschriebenen Wettbewerb gewannen die Architekten Max Ernst Haefeli (19011976), Werner Max Moser (18961970) und Rudolf Steiger (19001982). Im Neubau fanden die Eröffnungsfeiern für die Landesausstellung 1939, die «Landi», statt.

Obschon der Umbau in den 1980er-Jahren auch einige gravierende Eingriffe umfasste (unter anderem wurde der Sichtbezug zum See verbaut), hat das Kongresshaus auch im Innern seine Qualitäten weitgehend bewahrt. Vor allem die räumlichen Qualitäten, aber auch die liebevoll und originell gestalteten Details, die Gestaltungsideen der 1950er-Jahre vorwegnahmen, vermögen heute noch zu überzeugen.

Baujahr: 1937-1939, 1981-1985 Erweiterung

Architektur: Max Ernst Haefeli, Werner Moser und Rudolf Steiger; Atelier WW, Zürich (Erweiterung)
Adresse
General Guisan-Quai 16, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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