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Johnanniterkapelle

Bereits 1212 stiftete Ritter Berchtold von Rheinfelden unmittelbar vor den Toren der Stadt die erste Kommanderie der Johanniter. Nach deren Zerstörung durch die Österreicher im Jahr 1448 bezogen die Rittermönche 1455 die neue Kommende am Rhein innerhalb der Stadtbefestigung. Nach dem Willen von Napoleon Bonaparte wurde die Kommanderie 1803 mit der Gründung des Kantons Aargau verstaatlicht und 1806 aufgehoben. 1813 versteigerte der Kanton die Kommende samt Kapelle an den Geschäftsmann, Gründer der Brauerei Salmen und späteren Stadtammann Franz Joseph Dietschy, der auf dem Areal einen Gutsbetrieb einrichtete. Im Jahr 2005 wurden die östlich der Kapelle gelegenen Teile der Kommende teils abgerissen, teils aufwändig saniert und zusammen mit einem Neubau in luxuriöse Eigentumswohnungen umgestaltet.
Die profanierte Kapelle fristete anfangs des 20. Jahrhunderts ein trauriges Dasein als Remise und Magazin. Auf Initiative des Rheinfelder Architekten und Regionalvertreter des Aargauer Heimatschutzes Heinrich A. Liebetrau erwarb dieser den kleinen spätgotischen Sakralbau 1942. Mit finanzieller Hilfe der Eidgenossenschaft und zahlreicher privater Spender restaurierte der Aargauer Heimatschutz die Kapelle in den Jahren 194750 und übereignete sie anschliessend der Stadt Rheinfelden. Die Kapelle enthält eine Kopie der Grabplatte Rudolfs von Rheinfelden (deutscher König 10771080) und ist mit wertvollen spätgotischen Fresken geschmückt.

Baujahr: 1456, 1947-50 Restauration

Architektur: Heinrich A. Liebetrau, Rheinfelden
Adresse
Johannitergasse 1, 4310 Rheinfelden
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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