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Tour de Suisse-Velofabrik

In diesem voluminösen Fabrikgebäude werden heute die bekannten Tour de Suisse-Fahrräder produziert. Erbaut wurde es 1911 für die Schuhfabrik E. & S. Weill. Der Architekt des Gebäudes, Philipp Jakob Manz, führte das erste auf Industriebauten spezialisierte Architekturbüro Südwestdeutschlands und erhielt Aufträge aus ganz Europa und sogar aus Tansania. Das Erfolgsrezept von Manz war die Geschwindigkeit des Planungs-, Genehmigungs- und Bauprozesses, was ihm den Übernamen Blitzarchitekt einbrachte. Gerade bei Industriegebäuden war ein rasches Bauen von grosser Wichtigkeit, da der Bauherr ein grosses finanzielles Risiko einging und darauf angewiesen war, dass seine Produktion termingerecht anlaufen konnte. Das Architekturbüro von Manz gehörte 1908 mit ca. 80 Beschäftigten zu den grössten Europas mit einer Zweigstelle in Wien.
Die Fabrik ist eine dreigeschossige Betonskelettkonstruktion mit unterschiedlich grossen Dachreitern auf dem Mansardendach, das am First noch die originalen, durchgängig verglasten Oberlichtaufsätze aufweist. Die Fassade ist gegliedert durch Lisenen, grosse feinsprossige Fenster und kassetierte Brüstungsfelder.
Einen spannenden Kontrast zur grossen Fabrik bildet seit 1999 ein Ensemble von zwei kubischen Einfamilienhäusern von Blatter & Müller (Zürich), die sich um eine alte Linde herum gruppieren.

Baujahr: 1911

Architektur: Philipp Jakob Manz, Stuttgart
Adresse
Wasenstrasse 22, 8280 Kreuzlingen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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