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Kirche Bruder Klaus

Der unter einem weit nach unten gezogenen zeltartigen Dach liegende Kirchenraum gilt als Meilenstein in der Schweizer Sakralarchitektur. Brütsch zählt mit Baur, Higi und Metzger zu den Erneuerern, die als erste Kirchen mit räumlich zusammengefasstem Schiff und Chor bauten und damit die Thesen des 2. Vatikanischen Konzils (196265) architektonisch vorwegnahmen: Die Kirche als sichtbarer Ausdruck der Gemeinschaft Christi mit den Gläubigen. Brütsch entwarf seine Kirchen mit Einbezug der bildenden Kunst, wobei er nicht nur in der Kirche in Oberwil, sondern auch in Suhr, Luzern und Zweisimmen eng mit dem Künstler Ferdinand Gehr zusammenarbeitete. Der revolutionäre Kirchenbau wurde von der Bevölkerung gut aufgenommen, hingegen provozierten Gehrs Wandmalereien einen Kunstskandal. Sie wurden fünf Jahre lang hinter Vorhängen versteckt, bis sich die Kirchgemeinde für den Erhalt der Wandgemälde und das Entfernen der Verhüllung entschied.

Baujahr: 1953-56

Architektur: Hanns A. Brütsch und Alois Stadler, Zug
Adresse
Bruder-Klausen-Weg, Oberwil bei Zug, 6300 Zug
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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