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Bäzberg

Ziemlich anstrengend, aber lohnenswert ist die Wanderung hoch über der Schöllenen auf den militärhis­torisch wichtigen Bäzberg. Nach Überquerung der neuen Teufelsbrücke Richtung Göschenen, gegen Ende des Tunnels, führt eine Abzweigung links zum Beginn der serpentinenförmigen Bäzbergstrasse. Vorbei an einem Festungseingang und am Lüftungsschacht des Gotthard-Strassentunnels, einer skulpturalen Sichtbetonstruktur von 1976 (Bild vorherige Seite), führt der Weg steil bergan. 188990 gebaut unter der Leitung von Johann Peter Enderlin (1844-1925) und Johann Georg Wiher (18321908) stellt die Bäzbergstrasse eine gewaltige Meisterleistung damaliger Ingenieurbaukunst dar. Tausende von Kubikmetern Fels mussten gesprengt werden. Die unzähligen Kehren (Bild Mitte) mit grossem Radius bedurften ungeheurer Mauerwerke mit Höhen von bis zu zwanzig Metern.
Ab einer gewissen Höhe öffnet sich plötzlich der Blick atemberaubend weit hinunter nach Göschenen und Wassen. Die Kulisse der Bergwelt mit den schroffen Felswänden lässt einen die schweisstreibende Anstrengung des Anstiegs vergessen und schon bald wird die Anhöhe erreicht. Hier oben ist eine Ansammlung verschiedenster Objekte aus hundert Jahren Militärgeschichte zu sehen, sei es das Fort Bäzberg, kleine Schutzunterstände oder versteckte Festungsgeschütze. Fantastisch ist zudem der Blick hinunter ins Urserntal auf Andermatt, an den gewaltigen Gurschen und bis hinüber nach Hospental (vgl. 18). Zurecht soll im Rahmen der «militärhistorischen Schutzzone Bäzberg-Schöllenen-Gütsch» zahlreichen Objekten der Befestigungsgeschichte eine besondere Pflege gesichert werden.

Baujahr: 1189-90

Architektur: Enderlin & Wiher
Adresse
Bäzbergstrasse, 6490 Andermatt
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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