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Ehem. Klosterkirche St. Ulrich mit ehem. Augustiner-Chorherrenstift

Das Kloster wurde 1125 vom Konstanzer Bischof Ulrich I. vor den Konstanzer Stadtmauern gegründet (beim Bellevue-Areal, siehe Nr. 9). Im Volksmund hiess dieser Ort Crucelin, da nach der Überlieferung der hl. Konrad (934-75) dem vorangehenden Hospiz einen Kreuzsplitter, der noch heute in der Kirche aufbewahrt wird, gestiftet hatte. Als das Kloster zuerst wegen Beihilfe des Feindes im Schwabenkrieg 1499 und nochmals im Dreissigjährigen Krieg 1633 von den Konstanzern zerstört wurde, errichteten die Augustinerchorherren ihren Konvent erneut einen Kanonenschuss weit von der Stadtmauer entfernt. Unter dem Stadtwerkmeister Stephan Gunertsrainer und dem Steinmetz Melchior Gruber entstand die barocke Kirche St. Ulrich und St. Afra. Die Konventsbauten gesellten sich ein paar Jahre später hinzu und umschlossen zwei Innenhöfe. 1764 wurde sowohl die Kirche als auch das Kloster im Rokokostil aufs Prächtigste überarbeitet. Nach der Klosteraufhebung 1848 zog das Lehrerseminar in die Anlage ein. Ein Brand in der Nacht vom 19. auf den 20. Juli 1963, nach eben vollendeter Renovation, verwüstete weite Teile der Kirche und der Konventsbauten. Dank grosser Unterstützung, unter anderem von Bund und Kanton, konnte die Klosteranlage von nationaler Bedeutung wieder aufgebaut werden.
Ein Besuch des Kircheninnern lohnt sich nicht nur wegen der Rokokodekorationen und des perspektivisch gestalteten Chorgitters (1737) von Jakob Hoffner, sondern auch wegen der Ölbergkapelle. Darin wird unter dem lebensgrossen Kruzifix (14. Jh.) mit ca. 250 Arvenholzstatuen (1720-30) die Passion Christi nachgestellt.

Baujahr: 1650-53 Kirche, 1665-68 Kloster, 1963-67 Wiederaufbau

Architektur: Stephan Gunertsrainer (Kirche), Michael I. Beer von Au, Jakob I. Sailer, Vorarlberg (Kloster)
Adresse
Hauptstrasse 85-87, 8280 Kreuzlingen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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