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Baukultur entdecken

Museum

Bahn, Post, Schule, Verwaltung und Museum bilden ab 1850 neue öffentliche Bauaufgaben. Ein eigens für museale Zwecke errichteter Bau der erste im Kanton ist um 1900 für eine Kleinstadt dennoch aussergewöhnlich. Zofingen verdankt ihn der hochherzigen Stiftung des begüterten Bürgers und Industriellen Gustav Rudolf Straehl und schenkt das Baugelände neben dem Schulhaus, das damit städtebaulich ein Pendant zum Schützenhaus erhält. Die Antike und ihre Wiedergeburt gelten dem bürgerlichen Bildungsideal der Zeit als geeignete architektonische Ausdrucksform für Kultur- und Schulbauten. Vogt lehnt sich an die Florentiner Frührenaissance an und konzipiert eine würfelförmige Villa über fast quadratischem Grundriss mit Mittelrisalit, reichem Säulenportal und kräftigem Konsolfries als Abschluss. Im bossierten Erdgeschoss klingt das benachbarte Schulhaus nach, während die Putzflächen der Obergeschosse mit reichem Sgraffitodekor Holbeinscher Manier überzogen sind. Weingartner hatte wesentlichen Anteil an der historistischen Neubelebung der Fassadenmalerei seiner Heimatstadt. Das integral erhaltene Innere überrascht mit einem auffallend grosszügigen Treppenhaus, dezenter Farbigkeit und qualitätsvollen kunsthandwerklichen Elementen.

Baujahr: 1899-1901, 2001-02 Aussenrestaurierung

Architektur: Emil Vogt, Luzern, Werner Schmutz, Zofingen (Aussenrestaurierung)
Adresse
General-Guisan-Strasse 18, 4800 Zofingen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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