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Verwaltungsgebäude Nestlé

m Jahr 1867 entwickelte Henri Nestlé in Vevey sein Milchpulver mit dem er die Säuglingsernährung revolutionieren sollte. Die zunehmenden Aktivitäten des Unternehmens und die Fusion mit anderen Lebensmittelherstellern (Peter, Cailler und Kohler 1929) trugen Nestlé internationalen Ruf ein und trieben die Industrie in Vevey an. In den 1950er-Jahren entstand am Platz des ehemaligen Grand Hôtel das neue Verwaltungsgebäude der Nestlé. Der Schweizer Architekt und Städtebauer Jean Tschumi (19041962) entwarf die Pläne. Tschumi hatte seine Ausbildung an der Ecole des Beaux-Arts in Paris und beim Dekorateur und Innenarchitekten Jacques-Emile Ruhlmann genossen. In der französischen Hauptstadt eröffnete er ein Atelier und spezialisierte sich erst auf Innenarchitektur, dann auf den Bau von Verwaltungsgebäuden. 1943 übernahm er die Leitung der neu gegründeten Architekturschule in Lausanne (heutige Architekturabteilung der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne). Das Nestlé-Gebäude verbindet den Ansatz Le Corbusiers mit dem der «Corporate Identity». Mit seiner Y-Form, dem von Pilotis (Stützen) rhythmisierten, offenen Erdgeschoss, den vorgehängten Glasfassaden und dem freien Grundriss ist dieser Bau eines des wenigen Beispiele des sogenannten Internationalen Stils in der Westschweiz. Von Tschumis Werken ähnlicher Bauart ist dieses sicher das gelungenste (vgl. Lausanne: Haupsitz der Mutuelle Vaudoise Assurances, 19521956, und Verwaltungsgebäude der André SA, 19521956; Genf: Sitz der Weltgesundheitsorganisation WHO, 1959 1966, von Pierre Bonnard fertig gestellt). Der Nestlé-Hauptsitz wurde 2000 renoviert und erweitert.

Baujahr: 1957-60

Architektur: Jean Tschumi, Lausanne
Adresse
Avenue Nestlé 55, 1820 Montreux
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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