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Alte Festung und Waffenplatz St.Luzisteig

Ein Ausflug auf die St. Luzisteig lohnt sich, mit dem Auto ist es ein Katzensprung, zu Fuss ein längerer Marsch über die Fläscher Allmend oder den Fläscherberg. Zu empfehlen ist ein Abstecher zur «Steigkirche» St. Luzius neben der Hauptstrasse. Sie gehört zur Stadt Maienfeld und ist ein kunsthistorisches Kleinod.
Der Grenzübergang von der Schweiz ins Fürstentum Lichtenstein auf der St. Luzisteig hatte bis ins 19. Jahrhundert grosse strategische Bedeutung, denn er war der Durchgang der Transitroute vom Bodensee Richtung Süden; er war der Eingang nach Graubünden. Die Anlage ist heute ein Waffenplatz der Schweizer Armee und ein einmaliges Ensemble historischer Festungsbauten und neuer Architektur. Die Talsperre zwischen Falknis und Fläscher Berg besteht aus der barocken Schanze und dem im 18. Jahrhundert erstellten Graben zum Fürstentum Liechtenstein hin. Mitte des 19. Jahrhundert wurde die Anlage zur Kaserne ausgebaut und weiter befestigt nach aussen mit mächtigen geschlossenen Sperrmauern mit schmalen Schiessscharten, die in Stufen dem Gelände folgen; innen laufen sie zu Baracken mit Pultdächern aus. Die Strasse führt durch ein enges Portal der Festung. Die Festungsanlagen des 19. Jahrhunderts plante der Ingenieur Richard La Nicca (1794-1883), zu dessen Werk auch die Rheinkorrektionen im Domleschg und im Rheintal gehören.
Der Waffenplatz wurde in den 1990er Jahren nach einem Bebauungsplan von Peter Zumthor ausgebaut. Die Architekten Dieter Jüngling und Andreas Hagmann haben für die Truppenunterkunft und -verpflegung Militärhäuser als lang gestreckte Betonriegel fächerartig gestaffelt ins Terrain gebettet und im Zentrum die Cafeteria mit umlaufender Glasfassade platziert. Die Betonfassaden spielen zusammen mit dem Verputz des historischen Gemäuers. Die siebzig Meter langen, fugenlosen Sichtbetonfassaden sind vorgespannt und ermöglichen lange Bandfenster. Sie ruhen auf Sockelmauern in grobem gestocktem Beton.

Architektur: 1831-1855: Richard La Nicca; 1992: Peter Zumthor, Jüngling und Hagmann
Adresse
7306 Fläsch
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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