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Pavillon Le Corbusier

Kaum ein grösserer baulicher Kontrast ist denkbar als derjenige zwischen der verwinkelten, schlossartig wirkenden Villa Egli und dem benachbarten Pavillon Le Corbusier mit seiner transparenten, geradezu luziden Aura. Knapp 70 Jahre liegen zwischen den Bauten: beide verkörpern auf das Konsequentes­te ein je eigenes architektonisches Prinzip. Le Corbusier sprach selbst von einer «maison démonstrative», die er am Zürichhorn zu errichten gedachte. Leider konnte er die Eröffnung der «Maison de lhomme» wie er den Pavillon nannte, nicht mehr erleben, er verstarb 1965. Dennoch ist der Pavillon eindeutig seinem Werk zuzurechnen, denn der bedeutendste schweizerische Architekt der Moderne hatte die Plä­ne vor seinem Tod bis ins letzte Detail fertiggezeichnet. Auftraggeberin des hervorragenden Bauwerks war die Galeristin Heidi Weber, das Land stellte die Stadt zur Verfügung. Die Funktion des Bauwerks war und ist die Präsentation künstlerischer Arbeiten Le Corbusiers. Das Innere lohnt einen Besuch, denn durch das faszinierende Zusammenspiel von Möbeln, Bildern und Skulpturen, allesamt von Le Corbusier, ist hier ein Gesamtkunstwerk entstanden.
Der Pavillon wurde in Trockenbauweise errichtet, das heisst, ausser dem betonierten Untergeschoss wurden sämtliche Teile vorfabriziert und mussten vor Ort nur noch montiert werden. Das Obergeschoss wird typisch für Le Corbusier durch eine seitlich angefügte Rampe erschlossen. Massgebend für die Proportionen war das von Le Corbusier selbst entwickelte Modulorsystem. Das skulptural wirkende, schwebende Dach aus Stahl ist ein völlig eigenständiger Baukörper. Es schützt den darunter gelegenen Pavillon vor Witterungseinflüssen und wurde bei den Bauarbeiten als Erstes erstellt. Seine schöns­te Wirkung erzielt es, wenn es das Wellenspiel der Wasserfläche, die den Pavillon an zwei Seiten um­gibt, reflektiert. Le Corbusier, der ein gespaltenes Verhältnis zu seinem Heimatland hatte, konnte in der Schweiz nur wenige Bauwerke realisieren. Die «Maison de lhomme» ist sein einziger Bau in der Deutschschweiz.

Baujahr: 19621967

Architektur: Le Corbusier
Adresse
Höschgasse 8, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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