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Alte Rentenanstalt

Ähnlich der Zürich-Versicherungsanstalt war auch dieses Gebäude, das nach Plänen der Architekten Kuder (18521912) & Müller (1863*) entstand, als Kombination von Wohn- und Geschäftshaus konzipiert. Dem repräsentativen Gebäude kam dabei be­sondere Bedeutung zu, denn es bildete den Schluss­stein entlang des Alpenquais. Dementsprechend reichhaltig ist der historistische Fassadenschmuck und die Dekoration, die der deutschen Renaissance nachempfunden ist. Mit der Wahl des roten Sandsteins aus dem Maintal wollte man sich bewusst von den Nachbargebäuden absetzen.

Der Haupteingang der Rentenanstalt befindet sich auch heute noch an der über Eck gestellten, gegen den See gerichteten Schauseite. Hier lohnt sich ein Blick auf die reich ornamentierte Fassade. Der Dreieckgiebel hoch über dem Rundbogenportal wird bekrönt von der in Kupfer getriebenen «Prudentia», Allegorie der Vorsicht und klugen Voraussicht geschaffen vom Bildhauer August Bösch (1857-1911). Im Giebelfeld darunter befindet sich eine Sonnenuhr, die auf die vorbeiziehende Zeit verweist. Heute präsentiert sich das Gebäude als reiner Verwaltungsbau der Rentenanstalt. Bei den Sanierungen musste nicht nur die Fassade, sondern vor allem die Statik des Gebäudes berücksichtigt werden. Da das Haus wie alle anderen entlang der Quaianlagen auf aufgeschüttetem Seegelände errichtet wurde, mussten zu Stabilitätszwecken Holzpfähle in den weichen Untergrund gerammt und darauf die Fundamente gesetzt werden. Setzungen des Gebäudes in jüngster Zeit machten eine teilweise Erneuerung dieser Pfähle erforderlich.

Baujahr: 1897-1898, 1988-1991 Gesamtrenovation

Architektur: Richard Kuder & Joseph Müller; Unirenova AG, Zürich (Renovation)
Adresse
General Guisan-Quai 38, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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