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Bäder

Bagno Pubblico Bellinzona

EINE BRÜCKE VERBINDET
Die Architekturszene im Tessin fand Ende der 1960er Jahre den Weg auf die Weltbühne. Als wichtiger Meilenstein gilt das Bagno pubblico in Bellinzona, das die Arbeitsweise und Forderungen dieser jungen Generation von Architekten beinahe in Reinkultur verkörpert. Die Bauaufgabe Freibad wurde nicht als ein in sich selbst geschlossenes System verstanden, sondern bot die Möglichkeit einer städtebaulichen Geste: Mitten durch das Freibad verläuft in luftiger Höhe eine 360 Meter lange Passerelle, mit der die bestehende Siedlung und der Uferwall des Ticino eine gebaute Verbindung erhielten. Der Zwischenraum unterhalb dieser Fussgängerbrücke dient den Badegästen als schattenspendende Pergola und wird zugleich für die Unterbringung der Garderoben und Umkleideräume genutzt. Die grosszügige Anlage mit 50-Meter-Becken, Sprungturm, Planschbecken und weiten Liegewiesen wirkt durch den Einsatz von Sichtbeton auf den ersten Blick etwas herb. Wer sich genügend Zeit lässt, erkennt jedoch die gestalterische und denkerische Qualität dieses einzigartigen Ensembles.

Baujahr: 1967-70

Architektur: Aurelio Galfetti, Flora Ruchat-Roncati, Ivo Trümpy
Adresse
Via Mirasole 20, 6500 Bellinzona
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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