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Synagoge

Mit ihrer eindrücklichen Schaufront dominiert die Synagoge den Dorfplatz. Sie markiert das Selbstbewusstsein der erstarkten jüdischen Gemeinde, die im Eröffnungsjahr 1847 auf 500 Personen angewachsen ist. Die Pläne zeichnete der junge Zürcher Ferdi­nand Stadler, der sich später als Kirchenarchitekt einen Namen machte. Den Rundbogenstil leitete er von der Romanik ab. Ein hoch aufsteigender Bogen verbindet den Haupteingang mit dem Mittelfenster und betont die vorspringende, überhöhte Mittelpartie. Sie ist mit einer Uhr besetzt, was für eine Synagoge unüblich ist.
Schmale, hölzerne Stützen tragen die umlaufende Frauenempore und gliedern das Innere in drei Schiffe. Die Wandmalereien, ausgeführt von drei Norddeutschen, sind ausschliesslich ornamental, weil das Judentum keine Darstellung von Menschen zulässt. Die vorherrschenden Ocker­töne, die Messing, Kupfer oder Gold imitieren, geben dem Raum beim Einfall von Sonnenlicht eine festliche Atmosphäre.
Die Synagoge steht seit 1963 unter kantonalem Denkmalschutz. Sie wurde 1983/84 aussen und 19951997 innen restauriert.

Baujahr: 1847

Architektur: Ferdinand Stadler, Zürich
Adresse
Zürichstrasse 8, Lengnau, 5426 Lengnau
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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