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Johanneskirche

1936, zehn Jahre nach der Antoniuskirche (vgl. 14), entstand unweit davon die reformierte Johanneskirche. Der Architekt Ernst Friedrich Burckhardt zählte zum engsten Kreis der Schweizer Architekten-avantgarde und wirkte an den wichtigen Auftritten des Neuen Bauens mit. Für die Basler Johanneskirche ging er eine Arbeitsgemeinschaft mit Karl Egender, dem späteren Architekten des Hallenstadions in Zürich-Oerlikon (1938/39), ein. Ihr Interesse galt den ökonomischen Skelettkonstruktionen und dem Einsatz industrieller Baumaterialien. Mit der Johannes-kirche haben Burckhardt und Egender erstmals in der Schweiz überzeugend dargelegt, wie ein unver-
hülltes Stahlskelett wirkungsvoll bei einem Sakralbau eingesetzt werden kann.
Der Kirchenraum der Johanneskirche zeigt die un­verkleidete Konstruktion (offene Stahlträger), die mit Backsteinen und Glasbausteinen ausgefacht ist und wagt damit eine Annäherung an die Ästhetik des Industriebaus. Im Innern wird der profane Cha-rakter des Versammlungsraums durch eine Kinobestuhlung noch unterstrichen.
Die städtebauliche Anordnung des Kirchenbaus, die Anlage der Treppen, der Portalvorbau und die Ausstattung des Chors folgen unverkennbar architektonischen Mustern in der langen Tradition des Kirchenbaus. Sakrales Motiv bleibt der ursprünglich nicht vorgesehene Turm.

Baujahr: 1936

Architektur: Karl Egender und Ernst Friedrich Burckhardt
Adresse
Metzerstrasse 52, 4056 Basel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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