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Weisses Schloss

Das Weisse Schloss war das erste Gebäude, das am neu angelegten Alpenquai dem heutigen General Guisan-Quai fertig gestellt wurde. Es hat mit seiner Dominanz den Massstab für die weitere Bebauung entlang der Quaianlagen gesetzt. Die Pläne für den imposanten Mietshauskomplex lieferte Heinrich Honegger-Näf (18431907), der schon an der Mitgestaltung des neu angelegten Bahnhofplatzes und der Bahnhofstrasse beteiligt war. Formenreichtum in der Fassadengestaltung war auch hier Programm: Die mit französischen Louis-XIII-Formen reich verzierten Fassaden in weissem Savonnières-Kalkstein geben dem Gebäude einen surrealistischen, schlossartigen Charakter. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch die üppige Dachlandschaft mit ihrem Spiegelgewölbe über dem Mittelrisaliten, den Pyramidendächern über den Erkertürmchen und dem verzierten Dach mit den Rautenmustern. Die hochherrschaftlichen Wohnungen, die sich hinter der «Schlossfassade» befinden, waren für Grosskaufleute und Rentiers gedacht, die durch das repräsentative Äussere sowie die üppige Innendekoration und die grosszügigen Raumfolgen ihren Reichtum sichtbar machen wollten. Nach der Gesamtrenovation befinden sich neben Büros noch immer Wohnungen im Gebäude, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben.

Zwischen den feudalen Wohnanlagen des Weissen und des Roten Schlosses steht ein vom Architekten Jacques Schader (*1917) für IBM-Schweiz entworfenes und von 1969-1973 gebautes Verwaltungsgebäude. Vor dem markanten, gestaffelten Baukörper findet sich im terrassierten Eingangsbereich am General Guisan-Quai 26 eine Plastik des Künstlers und Architekten Max Bill (19081994), die den Namen «Einheit aus Kugel und endloser Spirale» (1978) trägt. Für den Neubau wurde das am gleichen Ort stehende Palais des Seidenhändlers Gustav Henneberg 1969 unter zahlreichen Protesten abgerissen. Erhalten geblieben ist nur das grosse Marmorrelief aus dem Dachfries des Palais Henneberg, das heute in der seeseitigen Gartenmauer der Villa Egli eingelassen ist (vgl. 22).

Baujahr: 1890-1892, 1983-1985 Gesamtrenovation

Architektur: Heinrich Honegger-Näf; Stücheli & Huggenberger, Zürich (Renovation)
Adresse
General Guisan-Quai 30-36, 8001 Zürich
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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