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Baukultur entdecken

Atelier Robert

Ein kleiner Ausflug bringt uns zum Abschluss unseres Rundgangs durch Biel zu einem wahren Juwel aus dem 19. Jahrhundert, dem Atelier Robert im Ried (Buslinie 8 ab Bahnhof bis Ried). Das Ateliergebäude von 1886 wirkt beinahe wie ein Einfamilienhaus, wären da nicht die beiden vollständig geschlossenen Fassaden und der verglaste Dachausschnitt. Das idyllisch in ländlicher Umgebung gelegene Ge­bäude ist ein Vorläufer des später entstehenden Heimatstils. Es wurde vom Maler Léo-Paul Robert (18511923) errichtet, damit er hier an drei grossformatigen Wandgemälden für das Treppenhaus des neuen Neuenburger Museum für Kunst und Geschichte arbeiten konnte. Er entwarf das Atelierhaus selber, wurde aber wohl in technischer Hinsicht von seinem Onkel Ludwig Friedrich von Rütte, dem Architekten des Museum Schwab (vgl. 12) unterstützt.
Das Innere des Künstlerateliers ist aussergewöhnlich: Ein rund neun Meter hoher Hauptraum öffnet sich über die ganze Gebäudebreite bis zum Glasdach.
Im Süden ist ein dreigeschossiger Wohnbereich eingehängt, der dem Maler einen Blick aus grosser Distanz und von verschiedenen Höhen auf seine Gemälde erlaubte. Das Atelier, das mit der Zeit auch als Ausstellungsraum und Ort religiöser Zusammenkünfte diente, ging nach dem Tod Roberts zusammen mit den Gebäuden und den Grünflächen des Oberen und Unteren Ried sowie des Falbringentals an die Stadt Biel. Während ein Teil der Gebäude zum Altersheim ausgebaut wurde, tat sich die Stadt mit dem Atelierhaus zuerst schwer. Ab 1958 war es Pfadfinderinnenheim. Erst nach der Übernahme durch die «Stiftung Atelier Robert Biel Bienne» wurde es 1988 renoviert. Seither wird es vorwiegend bildenden Künstlern als Wohnatelier zur Verfügung
gestellt. Das Gebäude entspricht dadurch wieder zu einem wesentlichen Teil seinem ursprünglichen Sinn und Zweck.

Baujahr: 1886, 1988 Renovation
Adresse
Robertweg 11, 2500 Biel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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