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Umschlaghof

m Umschlaghof am Hafenbecken 1 des Rheinhafens Kleinhünigen werden Güter vom Schiff auf die Bahn und auf Camions verladen. Erst aus der Vogelschau erschliesst sich die aussergewöhnliche Dimension der 234m langen, 50m breiten und 16m hohen Halle. Der Blick vom Hafenbecken enthüllt eine ingenieurtechnische Pionierleistung: die erste in der Schweiz im Freivorbau errichtete Tragkonstruktion in vorgespanntem Beton. 32m ragt die Halle über das Bassin. Die offene Schmalseite zeigt auch die konstitutive Bedeutung der drei Hochbahnkranen für die Architektur. Das sie tragende Stahlbeton-Skelett schlanke Pfeiler und Sparren gliedert die in ihrem Innern ­einen zusammenhängenden Raum bildende Hal­le in drei Schiffe mit je einem flachen, mit Welleternit gedeckten Satteldach. Die Wände sind mit Kalksandsteinen ausgefacht. Unterhalb der Laufbahnen ansetzende Fensterbänder aus vorgefertigten Rasterelementen bringen Licht in die Halle. Die Fassaden machen die Konstruktion in der zeitspezifischen Vorliebe für plastische Differenzierung ablesbar; deutlich zeigt sich der Zeitstil in der Verwendung der für die 1950er Jahre typischen Leistenstruktur bei den Sturzblenden der Tore beim Verladeplatz der Camions.
Folgt man dem Lauf der Kranbahnen vom Was­ser her, so ergibt sich die Abfolge von drei Geleisesträngen und zwei Strassen, welche die Halle durchqueren. An diesen liegen der Umschlaghof und der Camionhof, leicht erhöhte Verladeplätze mit Rampen. Der anschliessen­de, wiederum abgesenkte Lagerhof für länger aufzubewahrende Güter bildet mit einem Drittel der gesamten Bodenfläche den grössten zu­sammenhängenden Hallenabschnitt.

Baujahr: 1952-53

Architektur: Ingenieure: A. Aegerter und Dr. O. Bosshardt AG, Architekten: Bräuning, Leu, Dürig
Adresse
Hafenstrasse 3 und Hochbergstrasse 162, 4000 Basel
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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