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Baukultur entdecken

Hotel Alpina und Edelweiss

Nach dem Brand des Vorgängerbaus wurde 1927 nach Plänen des Architekten Arnold Itten das neue Doppelhotel Alpina und Edelweiss in der Rekordzeit von fünf Monaten und elf Tagen erstellt. Bereits unmittelbar nach der Eröffnung stiess dieser zukunftsweisende und mutige Bau bei der in- und ausländischen Fachwelt auf grosses Interesse.
Die Lage des Grundstücks am Siedlungsrand erlaubte es dem Architekten, einen Bau zu schaffen, der radikal von der traditionellen Architektur des Bergdorfes abweicht. Das weiss verputzte Gebäude thront auf der Hangkante über dem Talgrund. Mit dem kubischen, klar komponierten Baukörper, dem Flachdach und den langgezogenen Balkonen ist das Hotel Alpina und Edelweiss ein reiner Vertreter des Neuen Bauens und gilt noch heute als eines der wichtigsten Beispiele dieser Stilrichtung der Moderne im alpinen Raum.
Das Neue Bauen entwickelte sich unter anderem aus den neu verfügbaren Bautechniken. Eisenbeton ermöglichte Flachdächer und grossflächige Fenster-bänder, womit sich das Erscheinungsbild der Gebäude grundlegend veränderte. Die Moderne breitete sich in rasendem Tempo aus und Mürren gehörte mit dem Alpina und Edelweiss zur Avantgarde.
Das ursprüngliche Gebäude wurde leider durch verschiedene, zum Glück reversible, Um- und Anbauten aus jüngerer Zeit in seiner architektonischen Qualität stark beeinträchtigt. So wurde zum Beispiel die nordöstliche Hälfte mit einem Satteldach versehen, um diesem Bauteil ein chaletähnliches Aussehen zu geben.

Baujahr: 1927, Umbau 1975

Architektur: Arnold Itten, Thun
Adresse
3825 Mürren
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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