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Altes Schulhaus

Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts besuchten die Schulkinder in für heutige Begriffe äusserst engen Verhältnissen im Rathaus den Unterricht: Für 250 Kinder standen drei Schulräume zur Verfügung. 1840 bat der Bezirk den erfolgreichen Zürcher Architekten Leonhard Zeugheer um ein Projekt für ein Dorfschulhaus. Dieser entwarf das Gebäude in einer schlichten klassizistischen Formensprache, die er sich in England angeeignet hatte. Ausgeführt wurde der Bau schliesslich nach den durch Pater Heinrich Schmid abgeänderten Plänen. Nach Verhandlungen zwischen dem Dorf und dem Kloster einigte man sich darauf, dass der Bezirk für die Baumaterialien und die Umgebungsarbeiten aufkam, während das solvente Kloster die Errichtung des Gebäudes besorgte.

Der dreigeschossige Bau mit Walmdach ist in klassizistischer Art streng symmetrisch gegliedert. Ein leicht hervortretender Mittelteil mit zwei rundbogigen, hohen Fenstern und doppelten Pilastern betont das Zentrum. Das Erdgeschoss figuriert als hoher Sockel, der durch ein feines Gesims von den oberen Stockwerken getrennt wird.
Das Schulhaus war ursprünglich mit seiner Hauptfassade gegen Osten entworfen. Im Laufe der Planung erhielt es seine definitive Ausrichtung und damit seine städtebauliche Bedeutung als nördlicher Abschluss des Klosterplatzes. Dorfauswärts entstand knapp 50 Jahre später, als Alternative zur Erweiterung des Alten Schulhauses, das Neue Schulhaus (Brüelschulhaus) im Stil der Neurenaissance.

Baujahr: 1843-46

Architektur: Leonhard Zeugheer, Zürich
Adresse
Paracelsuspark 2, 8840 Einsiedeln
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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