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Hotel Altein

Um 1900 starb in Europa jeder siebte Bewohner an Tuberkulose. Zwar feierte der Mediziner Alexander Spengler in Davos seit 1865 bahnbrechende Erfolge zur Behandlung der Volksseuche mittels Freiluftliegekuren, über eine Heilung bestand jedoch keine Gewissheit. Die grosse Zahl minderbemittelter Lungenkranker konnte nach wie vor kaum auf eine Behandlung hoffen. Erst die gegen Ende des 19. Jahrhunderts propagierten Volksheilstätten versprachen eine Besserung der Situation. Der grossangelegte Kampf gegen die Tuberkulose löste im gesamten Alpenraum einen Boom von Sanatoriumsgründungen aus. Die Krankheit konnte erst in den 1940er-Jahren dank der Entdeckung des Tuberkulose-Antibiotikums Streptomycin geheilt werden. Die meisten Sanatorien wurden in der Folge in Hotels umgenutzt.

Das imposante Hotel Altein war ursprünglich ebenfalls ein Sanatorium. Noch heute zeugen die Ausrichtung gegen Süden und die rasterförmig angelegten Veranden von seiner früheren Nutzung. Die Churer Architekten Schäfer und Risch, die sich mit zahlreichen Repräsentationsbauten im Bündner Heimatstil bereits einen grossen Namen gemacht hatten, wählten für das Sanatorium Altein einen rational geprägten Stil. Mit den verzierten Brüstungen oder den vasenartigen Bekrönungen des Eingangsbereichs erhielten aber malerische Motive ebenso ihren Platz. Leider erlitt der Bau zahlreiche Eingriffe, die das Erscheinungsbild beeinträchtigen: Aussenisolation, Brüstungen, Dachausbau.

Baujahr: 1914-1916

Architektur: Otto Schäfer und Martin Risch, Chur
Adresse
Alteinstrasse, 7050 Arosa
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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