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Baukultur entdecken

Bahnhof

Frankreich hatte 1871 mit der Annektierung von Elsass-Lothringen durch das deutsche Kaiserreich seinen Zugang nach Mulhouse und Basel verloren. Aus diesem Grund un­ter­stützte das Land den Bau einer Eisenbahnlinie, die von Paris über Delémont nach Basel führen sollte. Der Bahnhof von Delémont wur­de zum neuen Kern einer städtebaulichen Entwicklung ausserhalb der Stadtmauern, deren Hauptachse durch die neue Avenue de la Gare gebildet wurde. Ende des 19. Jahrhunderts, als sich das industrielle Leben in der Stadt in vollem Aufschwung befand, galt der Bahnhof von Delémont als einer der wichtigsten in der ganzen Schweiz.

Das Hauptgebäude des Bahnhofs besteht aus einem zentralen Baukörper mit einem Uhrengiebel, dem einige Jahre später zwei symmetrische Seitenflügel beigefügt wurden. 2004 entstand der zeitgenössische An­bau. Das alte Dienstgebäude wurde durch neue Ladenflächen ersetzt, die über ein rund einhundert Meter langes, nachts beleuchtetes Vordach mit dem historischen Baukörper verbunden sind. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt auch der Altbau eine umfassende Renovation. Der Zugang zur Gleisunterführung wurde erweitert und neue Elemente aus Beton Treppen, Brüs­tung, Liftschacht wurden unter das ehemalige Perrondach eingefügt. Zeitgenössische und traditionelle Formen treten in einen Dialog und verleihen dem Bahnhof seine ganz besondere Prägung.

Der Bahnhofplatz der für viele Besucherinnen und Besucher das Eingangstor zu Delémont und sogar zum Jura darstellt wurde mit Na­tursteinen und spielerischen Wasserfontänen neu gestaltet und in einen lebendigen Treffpunkt verwandelt. Durch die Reorganisation der Verkehrswege und der Parkplätze konnte ein öffentlicher Raum geschaffen werden, der ganz den Fussgängern vorbehalten ist.

Baujahr: 1875-84; 2000-2004 Renovation und Erweiterung

Architektur: Friedrich Ludwig von Rütte, Bern; Renato Salvi, Delémont (Erweiterung)
Adresse
Place de la Gare, 2800 Delémont
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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