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Gasthaus zum Trauben

Das als Taverne der Zürcher Herrschaft erbaute Gebäude ist eines der wichtigsten historischen Gast-häuser des Thurgaus: Ab 1788 war es Amtshaus der Herrschaft Weinfelden und während des ganzen 18. Jh. tagten mindestens einmal jährlich die Gerichtsherren in der oberen Stube. Das bedeutendste Ereignis fand 1798 vor dem Trauben statt, als Paul Reinhart (vgl. 8) der Landsgemeinde vom Treppenpodest herab die Befreiung des Thurgaus aus der eidgenössischen Untertanenschaft verkündete.

Der mächtige Massivbau vereinigt im Äusseren Elemente des Mittelalters (abgetreppter Giebel, gestaffelte Fenster) mit solchen des Barocks (grobbehauene Eckquader, Rundbogenportal). Im Innern sind vor allem die Gerichtsherrenstube mit ihrer kunstvollen Fenstersäule sowie die Wappenscheiben aus dem 16. und 17. Jh. bemerkenswert. Der 1836 südseitig angebaute Ökonomietrakt wurde 1891 zum Saal umgebaut. In den 1950er-Jahren sah man für das «Thurgauer Rütli», eine Bezeichnung, die der Trauben dank seiner geschichtlichen Bedeutung erhalten hat, den Abbruch vor. Erst mit der Gründung der Traubenstif­tung 1959 konnte diese Gefahr abgewendet werden.

Baujahr: 1649, Erweiterung 1836, Restaurierung 1961
Adresse
Rathausstrasse 1, 8570 Weinfelden
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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