navigation
Baukultur entdecken

Von Moss-Fabriksiedlung Erlenring

«Endlich bauen!» Die 1946-47 erbaute von Moos-Siedlung ist eine Antwort auf die grassierende Wohnungsnot in Emmen. Zudem steht sie nach dem subventionierten Wohnungsbau im Zweiten Weltkrieg beispielhaft für eine zweite Welle der Wohnbauförderung durch die Unternehmer (vgl. den Sonnenhof und die Schindler-Siedlung «Feldbreite» aus den 1920er Jahren). Wie die Ober-Emmenweid, befindet sich auch der Erlenring ausserhalb des damaligen Siedlungskerns, dafür in unmittelbarer Nähe zur Fabrik, die über einen Fussweg erreichbar ist. Die Qualität der kleinen Siedlung gründet nicht auf den Einzelbauten, sondern auf dem Siedlungskonzept. Es basiert auf den Erfahrungen, die man mit der Bauweise um 1900 gemacht hat. Damals bewältigte man die Bevölkerungsexplosion in den Städten architektonisch durch dichte Blockrandbebauungen wie etwa in der Luzerner Neustadt. Ausserhalb jener Kerne aber wurde das populäre Ideal der Gartenstadt angestrebt, wie es sich in der Viscose-Fabriksiedlung Sonnenhof sehr schön zeigt.
Hier knüpft der Erlenring an. Die Grundelemente der Siedlung bestehen aus zwei parallel zur Erlenstrasse angelegten Baulinien für je drei Doppelmehrfamilienhäuser. Zwei aufeinander abgestimmte Bautypen schaffen architektonisch ein angenehmes Spannungsfeld. Wie schon bei der Ober-Emmenweid, erfolgt die Erschliessung auch hier über eine rechteckige Wohnringstrasse. Auf ein dekoratives, historisierendes Beiwerk wird bei diesen Bauten aber weit gehend verzichtet. Die Nachkriegszeit ist angebrochen.

Baujahr: 1946/47

Architektur: Paul Alfons Furger, Luzern
Adresse
Erlenring, 6032 Emmen
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
powered by anthrazit