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Betrieb des Kanals

Solange kein Schiffstransport in Aussicht stand, blieben alle Schleusentore offen und das Kanalbett war weitgehend ausgetrocknet. War ein Transport vorgesehen, so wurde zuerst die Schleuse des höchstgelegenen Kanalabschnitts gefüllt: Dazu öffnete man das Schütz des Grabens, welches das Wasser aus der Venoge in diesen Abschnitt leitete. Danach wurden die Schleusen geschlossen, um das durch das Moor und die Flüsse Nozon und Talent von Norden herangeführte Wasser aufzufangen. Die Schiffer schleppten ihren Lastkahn von Cossonay Richtung Entreroches. Dann fuhren sie mit Hilfe der Schleusen von einem Kanalabschnitt zum nächsten: Dabei wurde jeweils das untere Schleusentor geschlossen und das obere geöffnet, so dass das Wasser auf das höhere Niveau ansteigen konnte. Nach der Schlucht durch den Mormont wurde das Kanalbett mit einem leichten Gefälle angelegt, was die Arbeit erheblich erleichterte. Einmal im Hafen von Entreroches an der Nordseite des Mormont angelangt, öffnete man die Schleusentore flussabwärts, wodurch das Wasser zu strömen begann und den Lastkahn bis zum nächsten Tor mitnahm. Die Tore wurden durch grosse Schwungräder mit einem Durchmesser von mehreren Metern bewegt. Von der Einmündung der Talent bis nach Yverdon musste der Kahn erneut geschleppt werden, weil durch die Kammerschleusen jegliche Strömung unterbunden wur­de.

Ein solcher Transport war also mit viel anstrengender Arbeit verbunden und dauerte gut und gerne zwei Tage. Der Betrieb des Kanals wurde während des Sommers wegen der vorherrschenden Trockenheit jeweils eingestellt. Die höchsten Transportfrequenzen erreichten die Kanalbetreiber meist von Oktober bis Januar, nach der Weinlese im Genferseegebiet.
Adresse
1312 Eclépens
Datenquelle: Schweizer Heimatschutz
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